KI soll uns produktiver machen – aber was, wenn sie uns tatsächlich mehr Arbeit beschert?
Immer mehr Unternehmen investieren in generative KI-Tools, um Prozesse zu beschleunigen und Teams zu entlasten. Doch laut einer aktuellen Studie des MIT Media Lab sehen 95 % der Organisationen keinen messbaren Mehrwert. Die Technologie wird also begeistert genutzt – aber sie bringt oft keinen echten Fortschritt.
Warum ist das so?
Wenn gute Arbeit nur so aussieht: Das Phänomen „Workslop“
Forschende des BetterUp Labs und des Stanford Social Media Lab haben einen möglichen Grund gefunden: „Workslop“.
Der Begriff beschreibt KI-generierte Arbeitsinhalte, die auf den ersten Blick professionell wirken – gut formatiert, sauber strukturiert, beeindruckend lang. In Wahrheit sind sie aber oberflächlich, unpräzise oder inhaltlich leer.
Das Problem: Diese scheinbar fertigen Ergebnisse müssen von Kolleg:innen später überarbeitet, ergänzt oder ganz neu erstellt werden. Statt Zeit zu sparen, verschiebt sich die eigentliche Denkarbeit einfach vom Ersteller zur Empfängerin– und kostet das Team wertvolle Stunden.
Das unsichtbare Produktivitätsloch
Laut der Studie haben 40 % der befragten Mitarbeitenden in den letzten vier Wochen mindestens einmal „workslop“ erhalten. Im Schnitt machen diese KI-Ergebnisse über 15 % der Inhalte aus, die im Arbeitsalltag geteilt werden.
Und das hat Folgen:
Beschäftigte verbringen fast zwei Stunden damit, Workslop zu korrigieren oder neu aufzubereiten.
Das kostet Unternehmen im Schnitt 186 US-Dollar pro Mitarbeitendem und Monat.
Hochgerechnet auf 10.000 Mitarbeitende summiert sich das auf über 9 Millionen Dollar pro Jahr – reine Verschwendung durch ineffektive KI-Nutzung.
Hinzu kommt der soziale Faktor: 53 % der Befragten gaben an, sich über Workslop zu ärgern, 42 % verloren das Vertrauen in Kolleg:innen, die es verschicken, und 37 % hielten diese Personen anschließend sogar für weniger kompetent.
Reaktion von Angestellten auf Nutzung von KI im Arbeitskontext
Warum das passiert
Viele Führungskräfte fördern den Einsatz von KI mit dem richtigen Ziel – Effizienz, Innovation, Zukunftsfähigkeit. Doch wenn KI „überall und jederzeit“ eingesetzt werden soll, entsteht schnell das Gegenteil: gedankenlose Nutzung ohne Ziel oder Qualitätssicherung.
Diese Haltung wird oft unbewusst von oben vorgelebt. Wenn Führungskräfte nicht klar definieren, wo und wie KI sinnvoll ist, übernehmen Mitarbeitende diese Unklarheit – und nutzen Tools, um Aufgaben einfach „abzuhaken“.
Drei Prinzipien für sinnvolle KI-Nutzung
Damit KI wirklich produktiv macht, braucht es nicht mehr Tools, sondern bessere Leitplanken. Die Forschung zeigt: Erfolgreiche Teams zeichnen sich durch klare Orientierung, Eigenverantwortung und eine positive Haltung zur Technologie aus.
1. Bewusst statt beliebig einsetzen
Nicht jede Aufgabe ist für KI geeignet. Definiere klare Guidelines:
Wann darf KI unterstützen (z. B. für Ideensammlung, Datenanalyse, Textentwürfe)?
Wann nicht (z. B. bei komplexen Entscheidungen, sensibler Kommunikation)? So stärkst du die Qualität der Ergebnisse – und das Vertrauen im Team.
2. Den „Pilot:innen“-Mindset fördern
In der Forschung werden zwei Typen unterschieden:
Pilots – nutzen KI aktiv, um ihre Arbeit zu verbessern.
Passengers – lassen die KI für sich denken, um Arbeit zu vermeiden.
Motiviere dein Team, Pilot:innen zu sein: Menschen, die KI als Werkzeug nutzen, nicht als Krücke. Dafür braucht es Vertrauen, Schulung und Mut zum Experimentieren.
3. Kollaboration neu denken
KI verändert, wie Zusammenarbeit funktioniert. Wer heute mit KI arbeitet, arbeitet automatisch auch für Kolleg:innen mit – weil jedes KI-Ergebnis in gemeinsame Workflows einfließt.
Mach klar: KI ist ein Team-Tool, kein Shortcut. Gute Zusammenarbeit bedeutet, KI-Ergebnisse so einzubringen, dass sie das Team voranbringen, nicht bremsen.
Fazit: KI braucht Führung – und Haltung
Workslop entsteht nicht durch KI selbst, sondern durch fehlende Klarheit, Verantwortung und Feedbackkultur.
Wenn du als Führungskraft den Rahmen vorgibst, wo KI echten Mehrwert liefert, und dein Team ermutigst, sie mit Bedacht und Zielbewusstsein einzusetzen, wird KI zu dem, was sie sein soll: ein Werkzeug, das Arbeit erleichtert – nicht vervielfacht.
Für viele von uns fühlt sich Netzwerken an wie ein unausweichliches Pflichtprogramm: künstlich, oberflächlich und manchmal sogar ein bisschen eigennützig. Die Vorstellung, Small Talk mit Fremden zu führen oder Beziehungen nur aus Karrieregründen aufzubauen, wirkt oft unangenehm, besonders dann, wenn Authentizität und Ehrlichkeit im eigenen Wertesystem weit oben stehen.
Doch Netzwerken muss nicht strategisch oder berechnend sein. Es kann vielmehr eine Gelegenheit sein, echte Verbindungen zu schaffen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu wachsen. Im besten Fall bedeutet Networking nicht, etwas zu nehmen, sondern etwas zu teilen: Wissen, Inspiration, Unterstützung oder einfach ehrliches Interesse an anderen Menschen.
Heute funktioniert Networking anders als noch vor einigen Jahren. Es ist digitaler, datengetriebener und zugleich menschlicher geworden. Plattformen wie LinkedIn ermöglichen nicht nur, Kontakte zu knüpfen, sondern auch, Ideen sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und Netzwerke gezielt und nachhaltig aufzubauen. Wer versteht, dass Networking keine oberflächliche Taktik, sondern eine Haltung ist, kann daraus einen echten Mehrwert schaffen. Für sich selbst, für andere und für die eigene Organisation.
1. Warum Networken wichtiger ist als je zuvor
In einer Arbeitswelt, die sich rasant verändert, ist Networking längst kein „nice to have“ mehr. Es ist ein entscheidender Faktor für beruflichen Erfolg und persönliche Entwicklung. Netzwerke öffnen Türen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht sichtbar sind: zu neuen Jobchancen, zu wertvollem Wissen und zu Menschen, die inspirieren und unterstützen.
Zahlreiche Studien zeigen, dass Personen mit starken und gepflegten Netzwerken schneller befördert werden und im Durchschnitt höhere Gehälter erzielen. Das liegt nicht nur daran, dass sie mehr Kontakte haben, sondern vor allem daran, dass sie sichtbarer sind, innerhalb und außerhalb ihres Unternehmens. Wer von KollegInnen, Vorgesetzten und externen PartnerInnen als engagiert und kompetent wahrgenommen wird, hat deutlich bessere Chancen, für neue Projekte oder Positionen empfohlen zu werden.
Doch Networking ist weit mehr als ein Karrieretool. Ein gut gepflegtes Netzwerk ist auch ein Lernraum. Der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen eröffnet neue Perspektiven, fördert Kreativität und erweitert das eigene Verständnis für Branchenentwicklungen. Ob durch Feedback, Diskussionen über Trends oder den Einblick in andere Arbeitsweisen, jede Interaktion kann zum persönlichen Wachstum beitragen.
Kurz gesagt: Ein starkes Netzwerk ist heute eine der wertvollsten Ressourcen im Berufsleben. Es ist nicht nur der Schlüssel zu neuen Möglichkeiten, sondern auch zu kontinuierlichem Lernen und damit zu einer nachhaltigen, erfüllten Karriere.
2. Die Stärke schwacher Verbindungen
Wie entstehen wirklich wertvolle berufliche Chancen? Entgegen der Intuition sind es nicht immer die engen FreundInnen oder direkten KollegInnen, die Türen öffnen, sondern oft Menschen, zu denen nur lose Verbindungen (“weak ties”) bestehen. Dieses Phänomen wird in der Sozialforschung als „Stärke schwacher Verbindungen“ bezeichnet und wurde kürzlich in einer großangelegten Studie eindrucksvoll bestätigt.
Eine im Science Magazine veröffentlichte Untersuchung, die auf den LinkedIn-Daten von über 20 Millionen Personen basiert, zeigte: Schwache bis moderat schwache Verbindungen sind am effektivsten, wenn es darum geht, neue Jobs zu finden. Der Grund liegt auf der Hand: Während enge Beziehungen meist Zugang zu denselben Informationen und Netzwerken bieten, eröffnen lose Kontakte den Blick in neue soziale Kreise, Branchen und Perspektiven.
Ein besonders anschauliches Ergebnis der Studie: Eine Verbindung mit rund zehn gemeinsamen Kontakten verdoppelt die Wahrscheinlichkeit eines Jobwechsels im Vergleich zu sehr schwachen Verbindungen. Diese lose, aber relevante Vernetzung schafft genau den richtigen Grad an Nähe, um vertrauenswürdig zu wirken und gleichzeitig weit genug entfernt zu sein, um neue Chancen sichtbar zu machen.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in Technologiebranchen, KI-getriebenen Industrien und Remote-Work-Umgebungen, wo Innovation, Vernetzung und Informationsfluss entscheidend sind. Hier können schwache Verbindungen nicht nur den Zugang zu neuen Positionen erleichtern, sondern auch den Wissenstransfer zwischen Teams und Organisationen fördern.
Im digitalen Zeitalter bedeutet das: Erfolgreiches Networking lebt von Diversität: beruflich, thematisch und geografisch. Wer sein Netzwerk bewusst erweitert, über den eigenen Fachbereich hinaus denkt und Verbindungen zu unterschiedlichen Menschen pflegt, schafft nicht nur mehr Möglichkeiten, sondern auch ein stabiles Fundament für langfristiges Lernen und Entwicklung.
3. Wie du richtig ins Networking einsteigst
Viele Menschen verbinden Networking mit steifen Veranstaltungen, Namensschildern und gezwungenen Gesprächen, doch das ist ein Missverständnis. Echtes Networking beginnt nicht auf Großevents, sondern im Kleinen: bei den Menschen, die du bereits kennst.
Ein besonders wirkungsvoller Startpunkt sind die sogenannten „dormant ties“, also frühere Kontakte, mit denen du einmal regelmäßig im Austausch warst, die aber im Laufe der Zeit eingeschlafen sind. Diese Verbindungen haben einen entscheidenden Vorteil: Es besteht bereits eine Basis aus Vertrauen und gemeinsamer Geschichte, gleichzeitig bringen sie neue Perspektiven und frische Informationen mit.
Forschungen zeigen, dass gerade diese wiederbelebten Kontakte oft kreativer und inspirierender sind als ganz neue Bekanntschaften. Sie kombinieren Nähe mit Neuheit, du musst dich nicht völlig neu vorstellen, aber die Themen und Lebensumstände haben sich seit dem letzten Kontakt verändert.
Ein einfacher, aber wirkungsvoller Tipp: Nimm dir vor, jede Woche zwei bis drei alte Kontakte anzuschreiben. Das muss kein langes oder formelles Anschreiben sein, oft reicht eine kurze, ehrliche Nachricht wie:
„Ich musste gerade an dich denken – wie geht’s dir?“
So entstehen natürliche Gespräche, aus denen sich ganz organisch neue Möglichkeiten entwickeln können, sei es ein beruflicher Impuls, ein gemeinsames Projekt oder einfach ein inspirierender Austausch. Networking muss nicht anstrengend sein – es beginnt mit einer kleinen, authentischen Geste.
4. Das Prinzip der Gegenseitigkeit: Wie Hilfe Vertrauen schafft
Die Kommunikationsexpertin Deborah Grayson Riegel prägte den Begriff „Help Fluency“, die Fähigkeit, anderen Menschen unkompliziert, gezielt und ehrlich zu helfen. Dieses Prinzip verändert die Dynamik jeder Beziehung: Wer Unterstützung anbietet, baut Vertrauen auf, schafft Sympathie und stärkt Bindungen langfristig.
Helfen kann dabei ganz einfach aussehen:
den Lebenslauf einer Bekannten gegenlesen,
einem Kollegen ehrliches Feedback geben,
einer Kontaktperson aufmerksam zuhören,
oder eigene Erfahrungen teilen, wenn sie jemand anderem weiterhelfen könnten.
Solche Gesten sind keine kleinen Nettigkeiten, sondern der soziale Kitt echter Netzwerke. Sie schaffen das Gefühl gegenseitiger Wertschätzung und eröffnen oft Wege, die man nicht geplant hat.
5. Inklusives Networking: Vielfalt als Stärke
Netzwerke sind mächtige Werkzeuge, aber sie sind nicht für alle Menschen gleich zugänglich. Oft profitieren diejenigen am meisten, die bereits über privilegierte Zugänge verfügen: etwa durch Bildung, Herkunft oder berufliche Position. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, das viele Talente unsichtbar macht.
Doch genau hier liegt eine Chance. Vielfalt ist keine Hürde, sondern eine Stärke. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bringen neue Perspektiven, Ideen und Lösungsansätze in Netzwerke ein. Mehrsprachigkeit, kulturelle Kompetenz oder vielfältige Lebenserfahrungen sind wertvolle Ressourcen. Sie erweitern den Horizont und fördern Innovation.
Inklusives Networking bedeutet deshalb, Beziehungen bewusst vielfältig zu gestalten. Das heißt: sich nicht nur mit Menschen zu vernetzen, die einem selbst ähnlich sind, sondern aktiv Verbindungen zu suchen, die Unterschiede sichtbar machen und bereichern.
6. Neue Wege des Netzwerkens: Wenn Empfehlungen Kreise ziehen
In der heutigen Arbeitswelt entstehen berufliche Chancen immer seltener über klassische Bewerbungsprozesse und immer häufiger über persönliche Empfehlungen. Was früher als zufälliger Glückstreffer galt („Ich kenne da jemanden, der jemanden kennt…“), wird heute zunehmend systematisch genutzt.
Das Konzept von Hirebuddy basiert auf einer einfachen, aber wirkungsvollen Idee: Empfehlungen sind die stärkste Währung im Recruiting. Statt teurer Anzeigen oder anonymer Datenbanken setzt man auf die Kraft der Netzwerke und auf die sogenannten rekursiven Ketten. Dabei kann jede Person, die eine offene Stelle entdeckt, den Job in ihrem Umfeld weiterempfehlen. Wenn über diese Empfehlung jemand eingestellt wird, profitieren nicht nur direkte Kontaktpersonen, sondern auch jene, die den Link zuvor weitergegeben haben. So entsteht eine Art digitale Empfehlungskette, die sich organisch ausbreitet, über Freundeskreise, Branchen und sogar Ländergrenzen hinweg.
Der Ansatz knüpft an ein zentrales Forschungsergebnis an, das zuletzt im Science Magazine publiziert wurde: Nicht die engen Beziehungen, sondern die schwachen bis moderat schwachen Verbindungen sind oft entscheidend für berufliche Mobilität. Menschen aus weiter entfernten Netzwerken bringen neue Perspektiven, Informationen und Chancen – genau das, was in traditionellen Recruiting-Strukturen oft fehlt.
Jede:r kann Teil des Netzwerks werden, unabhängig von Position, Branche oder sozialem Hintergrund. Das macht das System gerade für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv, die keine großen HR-Abteilungen haben, aber vom sozialen Kapital ihrer Mitarbeitenden profitieren möchten.
Erfolg entsteht heute nicht durch Abschottung, sondern durch Verbindung. Und manchmal reicht schon ein weitergeleiteter Link, um eine ganze Kette von Chancen in Bewegung zu setzen.
Mehr über vernetztes Recruiting mit Hirebuddy erfahren Sie unter www.hirebuddy.link
Wir bei Hirebuddy nehmen das Feedback unserer Nutzer:innen und Kund:innen ernst. Wir sind überzeugt, dass sich unsere Produkt- und Feature-Palette nicht durch bloßes Raten oder interne Annahmen entwickeln sollte, sondern durch die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche der Menschen, die unsere Plattform täglich nutzen.
Und genau deshalb haben wir zugehört – und viele der Anregungen umgesetzt, die uns in den letzten Wochen erreicht haben.
Neuerungen für unsere Empfehler (Hirebuddies)
Unsere Hirebuddies sind das Herzstück von Hirebuddy. Sie kennen die passenden Personen und empfehlen die/den ideale:n Kandidat:in. Um diese Empfehlungen noch einfacher und transparenter zu gestalten, haben wir das User-Dashboard vollständig überarbeitet und mit neuen Funktionen ausgestattet.
Status der empfohlenen Person
Ein häufig geäußerter Wunsch war mehr Transparenz im Bewerbungsprozess. Ab sofort zeigt ein Statusbalken genau an, in welchem Schritt sich die empfohlene Person gerade befindet. So behalten unsere Hirebuddies jederzeit den Überblick – auch über ihre potenzielle Provision, sobald eine Empfehlung erfolgreich eingestellt wird.
Übersicht über Provisionen
Auch die Darstellung der Provisionen wurde verbessert. Der Bereich „Provision in Aussicht“ zeigt nun klar, welchen Betrag unsere Empfehler:innen erhalten, sobald ihre Empfehlung die Probezeit erfolgreich abgeschlossen hat. Danach wird der Betrag automatisch in „Mein Guthaben“ verschoben und steht für die Auszahlung bereit.
Gezieltere Jobvorschläge per E-Mail
Empfehler können in ihrem Profil jetzt ihre Interessen und Branchenschwerpunkte angeben. Dadurch erhaltet ihr künftig Jobvorschläge, die wirklich zu eurem Netzwerk passen – also genau dort, wo ihr gut vernetzt seid und am Häufigsten passende Kandidat:innen kennt.
Schaut gerne vorbei und macht euch selbst ein Bild von den neuen Features!
Wenn euch etwas auffällt oder ihr weitere Wünsche habt, lasst es uns wissen, mit einem E-Mail an office@hirebuddy.link – denn euer Feedback und eure Ideen machen Hirebuddy zu dem, was wir heute sind.
Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des Empfehlungsrecruitings. 🚀
Autor: Roxana Ackerman I Veröffentlicht am. 14. November 2024
In der Krankenpflege arbeiten und gleichzeitig Mutter sein – ist das überhaupt vereinbar? Maria (28) ist Pflegefachassistentin in einer Wiener Klinik und Mutter einer einjährigen Tochter. Zudem ist sie mit ihrem zweiten Kind schwanger. Aktuell ist sie in Karenz und kann sich dabei auf weiteren Zuwachs in der Familie freuen.
Den fordernden Arbeitsalltag in der Pflege zu meistern und gleichzeitig für ihr Kind da zu sein, klingt zunächst nach einer Herausforderung. Wie Maria die bisherigen Schwierigkeiten gemeistert hat und wie sie sich auf den Arbeitsalltag als Mutter von zwei Kindern vorbereitet, erklärt sie in diesem Interview. Dabei gibt sie Ratschläge an andere berufstätige Mütter und erzählt, wie sie die Balance zwischen Beruf und Familie findet.
“In Österreich besteht ein großer Bedarf an Pflegekräften, mit einer prognostizierten Lücke von 51.000 Fachkräften bis 2030. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass engagierte Pflegekräfte wie Maria in ihrem Beruf bleiben können und gleichzeitig die Herausforderungen der Mutterschaft erfolgreich meistern.”
Wie sah ein typischer Tag bei dir als berufstätige Mutter in der Pflege aus, bevor du in Karenz gegangen bist?
Am Anfang war es schwer, weil mein Ehemann und ich noch keinen Kindergartenplatz für unsere Tochter hatten. Das heißt, wenn mein Mann auch zur Arbeit gehen musste, musste ich eine Person finden, die auf meine Tochter aufpassen konnte. Ich habe also dann um 6:45 Uhr meiner Tochter, meiner Schwester oder meiner Mutter – oder wer gerade Zeit hatte, übergeben und bin dann direkt danach zur Arbeit gefahren. Ich habe einen 8 Stunden Dienst gehabt, hatte um 15 Uhr aus und hab meine Tochter dann abgeholt.
Was sind die größten Herausforderungen bzw. Schwierigkeiten, die du als Mutter und gleichzeitig Krankenpflegerin erlebt hast?
Wie ich schon vorher erwähnt habe, braucht man am besten schon einen Kindergartenplatz, wenn man beginnt zu arbeiten. Das war unser Problem für die ersten paar Monate. Zu der Zeit musste ich eben erst mal schauen, wo ich meine Tochter hinbringe. Inzwischen geht sie in die Krippe, nur 2 Stationen von uns entfernt. Es gab auch die Möglichkeit, sie in einen Betriebskindergarten zu bringen, aber da wäre erst Monate später ein Platz frei geworden und das wäre viel zu spät gewesen. Deshalb haben wir einen privaten Kindergarten genommen.
Und generell ist Mutter sein und gleichzeitig zu arbeiten schon schwer, nicht nur in der Krankenpflege. Man ist es gewohnt, 24/7 mit dem Kind zu sein. Das war am Anfang schwer für mich, wenn ich sie erst am Nachmittag gesehen habe. Man ist dann bei der Arbeit auch immer am Handy, um zu schauen, ob es Notfall-Anrufe gab oder irgendwas passiert ist. Man ist mit den Gedanken die ganze Zeit beim Kind. Aber am Anfang für sie eine Betreuung zu finden, fand ich am schwierigsten. Also würde ich Eltern raten, zuerst einen Kindergartenplatz zu finden, bevor man beginnt zu arbeiten.
“Insbesondere Frauen stehen in Österreich vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, Beruf und Kinderbetreuung miteinander zu vereinbaren. Insgesamt berichten 39% der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren, dass sie ihre Arbeitszeit aufgrund von Betreuungspflichten reduziert haben.”
Wie hast du deinen Alltag organisiert, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen? Wie sah dein Zeitmanagement aus?
Das Gute an meiner Arbeit war, dass ich von Montag bis Freitag von 7:30 Uhr bis 15 Uhr gearbeitet habe. Das war eigentlich eine super Zeit, weil ich nicht den ganzen Tag arbeiten musste und damit Nachmittags und Abends Zeit für die Familie hatte. Es gab keinen Nachtdienst und ich habe am Wochenende Feiertage immer frei gehabt. Ich fand die Arbeitszeiten sehr kinderfreundlich. Zeit mit der Familie war eigentlich immer da, ich habe eigentlich nie das Gefühl gehabt, dass ich für die Familie zu wenig da war.
Welche Rolle hat Selbstfürsorge (also deine mentale Gesundheit) für dich gespielt und wie hast du Zeit dafür gefunden?
Das Arbeiten selber war für mich eigentlich die Zeit, die ich für mich hatte und es hat mir an sich schon sehr viel Spaß gemacht. Ich war eben ohne Kind und konnte das machen, was mir Spaß machte. Und da konnte ich auch ein bisschen von Zuhause und Muttersein abschalten. Natürlich waren aber trotzdem meine Sorgen um das Kind noch immer da.
Und nach der Arbeit war ich natürlich schon sehr erschöpft. Meine Tochter hat aber sehr viel geschlafen und währenddessen habe ich dann einfach wirklich immer die Zeit ausgenutzt. Ich habe zum Beispiel Tee getrunken, ferngesehen und Sachen erledigt, die für mich wichtig waren. Zum Beispiel duschen. Es ist nicht so selbstverständlich, dass man überhaupt zum duschen kommt als Mutter. Man muss die Zeit halt wirklich nutzen, wenn das Baby schläft und das habe ich dann sozusagen als Me-Time verwendet. Und das hat für mich gereicht.
Was würdest du anderen berufstätigen Müttern und Vätern in der Pflege raten, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen?
Wie vorhin schon erwähnt, sollte man auf jeden Fall den Kindergartenplatz erst organisieren, bevor man anfängt zu arbeiten. Und ich habe gemerkt, dass die Zeiten wichtig sind. Ich hätte mir keinen Job mit Nachtdiensten ausgesucht. Wenn also Eltern in der Krankenpflege arbeiten möchten, dann am besten nur zu Zeiten, die kindergarten-freundlich sind, mit Arbeitstagen von Montag bis Freitag und am Wochenende frei. So war es eben für mich am besten, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.
“Flexible Arbeitszeiten, die auch die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Flexibilität berücksichtigen, wirken sich positiv auf das Wohlbefinden, die Pflegequalität und die Mitarbeiterbindung aus. Auch bei Maria zeigt sich, wie wertvoll diese Flexibilität für die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung sein kann.”
Hat deine Schwangerschaft deinen Arbeitsalltag in der Krankenpflege beeinflusst und welche Herausforderungen gab es für dich?
Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin und dann dem Arbeitgeber Bescheid gegeben habe, mussten sie schnell handeln. Denn ich habe im OP-Bereich gearbeitet und vieles nicht mehr machen dürfen. Bevor ich schwanger war, habe ich die Utensilien, die für den OP benötigt wurden, vorbereitet. Aber jetzt als Schwangere durfte ich während der OP, aber auch nach der OP nichts mehr angreifen. Auch beim Patienten selbst durfte ich nicht mehr sein. Ich durfte nur noch Büroarbeiten machen und war hauptsächlich am Computer.
Und dadurch, dass ich vieles nicht mehr machen durfte, hatte ich das Gefühl, dort nutzlos zu sein. Auch wenn ich helfen wollte, wurde es mir von meinen Kollegen verboten. Es war auch schwierig für mich, wenn es eine OP gab und dort mit giftigen Stoffen gearbeitet wurde. Ich hatte schon große Bedenken gehabt, dass es vielleicht ein Risiko für das Baby sein könnte. Das war für mich schon eine Herausforderung.
Was sind deine größten Bedenken oder Hoffnungen in Bezug auf die Zukunft als Mutter von zwei Kindern und als Krankenpflegerin?
Meine größten Bedenken sind, noch einmal denselben Fehler zu machen, was die Karenzdauer betrifft. Bei dem ersten Kind bin ich nach 10 Monaten schon wieder arbeiten gegangen und da habe ich erst im Nachhinein bereut, dass ich so kurz in Karenz war. Beim zweiten Kind möchte ich ein bisschen länger zuhause bleiben, um mehr Zeit mit den Kindern zu haben. Und rechtzeitig einen Kindergartenplatz zu finden, da mache ich mir nicht mehr so große Sorgen. Mit dem zweiten Kind ist das immer leichter, weil eben schon ein Kind im Kindergarten ist und da werden eher die Geschwister bevorzugt als neue Kinder. Und was die Hoffnungen für die Zukunft betrifft, so hoffe ich, dass das, was ich alles als Krankenpflegerin gelernt habe, noch da ist, bis ich wieder arbeiten gehe. Denn es ist natürlich schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen.
Welche Tipps hast du für andere schwangere Mütter, die in der Pflege arbeiten und vielleicht gerade überfordert sind?
Wenn man überfordert ist mit Aufgaben, sollte man nicht alles selbst machen und wenn möglich auch Hilfe von jemandem anderen holen. Man sollte nicht alles auf sich nehmen, sondern auch dem Ehemann oder der Ehefrau irgendwas abgeben. Vielleicht denk ich nur so, aber man möchte als Mutter alles selbst machen, aber manchmal muss man halt Sachen abgeben, die einen belasten. Vielleicht denken sich einige Mütter so etwas wie “das muss ich jetzt alles machen”, aber nein, muss man nicht. Man kann es auch abgeben. Auch wenn es in der Arbeit ist, kann man andere bitten, etwas zu erledigen. Und auch mal zu sich selbst sagen: „Ok, ich bin gerade überfordert und bevor ich dann noch etwas falsches mache, hole ich mir lieber Hilfe”.
Marias persönliche Erfahrungen geben Einblick in das Leben einer berufstätigen Mutter und Schwangeren in der Krankenpflege. Die Erzählungen zeigen, wie wichtig es ist, Unterstützung anzunehmen und sich ein starkes Netzwerk aufzubauen – sowohl im privaten Umfeld als auch in der Arbeitsumgebung.
Hirebuddy unterstützt Unternehmen und Mitarbeitende dabei, ihre zukünftigen Kollegen und Kolleginnen selbst zu rekrutieren. Mitarbeitende können ihr eigenes Netzwerk aktiv bei der Suche nach flexiblen und attraktiven Arbeitsplätzen unterstützen und werden für jede erfolgreiche Empfehlung belohnt. Auch Maria sieht in diesem Konzept großes Potenzial:
„Ich finde es eine gute Idee, dass man belohnt wird, wenn man jemanden weiterempfiehlt. So kann man sein berufliches Umfeld mitgestalten und gleichzeitig Freunde unterstützen.“
Es sei zu erwähnen, dass Marias Erlebnisse eine Sichtweise von vielen sind und sich von den Erfahrungsberichten anderer Eltern unterscheiden können. Dabei sind den Anforderungen eines anspruchsvollen Pflegeberufs nicht nur Mütter, sondern auch Väter konfrontiert.